Der Gnadenhof Pferdeoase e.V. in der Presse

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NWZ vom 03.05.2015 - Artikel von Wolfgang Böning

Schritt für Schritt auf die Weide

 


Hochbetrieb beim „Alm­auftrieb“.
Mehr als 100 Besucher kamen nach Rüdershausen.

 

Ein fester Termin im Frühjahr ist für den Gnadenhof Pferdeoase der Auftrieb auf die Sommerweiden in Nordmentzhausen. Vom Stammsitz an der Friedrich-Rüder Straße in Rüdershausen – dem Winterquartier – läuft das Ritual unter dem Begriff „Almauftrieb“ bereits seit mehr als 20 Jahren auf der rund einen Kilometer langen Wegstrecke ab.

 Anreise aus Portugal

Etliche Helfer, teilweise weit angereist, waren jetzt wieder dabei. Unter den 100 Besuchern waren auch bekannte Gesichter aus Hamburg, Celle und Kiel. Das Ehepaar Reinders aus Leer ist stets dabei. Die weiteste Tour hatte das Ehepaar Hobbensiefken hinter sich gebracht, das vor Jahren ihr Domizil in Portugal aufgeschlagen hatte. Reiner Hobbensiefken freute sich sehr über das Wiedersehen mit seinen betagten Vierbeinern.

 Organisation das A & o

Die fachliche Einweisung, das richtige Anlegen der Trense, des Zaumzeugs und der Halfter übernahmen der Gnadenhof-Betreiber Bernhard Kutz und Stallmeister Florian Krüger. „Die Organisation ist beim Almauftrieb das A und O“, sagte Bernhard Kutz vor dem Auftrieb. Dieser wurde aufmerksam von Hofbesitzerin Ingrid Lindenberger, die gleichzeitig 1. Vorsitzende des Gnadenhofs ist, verfolgt.

Und so ging es dann an der Leine geführt im Gänsemarsch los. „Der Transport im Hänger würde viel mehr Zeit in Anspruch nehmen. So gestaltet sich das Ganze wesentlich stressfreier“, betonte Bernhard Kutz. In diesem Jahr standen zwei Touren an. Insgesamt wurden 60 zum Teil betagte Pferde, das älteste ist 31 Jahre alt, auf drei große Weiden verteilt.

 Zahnkontrolle

Ein eindrucksvolles Bild wurde auf der Straße mit der ziehenden Karawane geboten. Unter den Gästen waren etliche Sponsoren. Und gerne bringen sich auch Fachleute wie die Tierärzte Dr. Ulrich Bade aus Ovelgönne und Dr. Jürgen Block aus Brake ein.

Eine Woche vor dem Auftrieb hatte Dr. Hans-Hermann Lagershausen aus Berne die Zähne der Vierbeiner geprüft, geraspelt und gerundet. So ist eine gute Futteraufnahme gegeben. So triff das Motto des Gnadenhofs wohl besonders gut zu: Vom Abstellgleis ins Paradies.

Dennoch gibt es für die Pferdeoase immer wieder Herausforderungen. Größere finanzielle Investitionen wie der Bau von Boxen und der weitere Ausbau und die Instandhaltung des Hofes sind notwendig. Über jeden weiteren Sponsor – auch kleine Beträge helfen – würden sich die Hofbetreiber freuen.

 

Nach dem Almauftrieb stand dann im Stall die verdiente Brotzeit auf dem Programm. Dazu gehören auch der Leberkäse, die Weißwurst und die Brezel. Dazu mundeten bei Kaffee, Tee und diverse Torten.

 

Hier der Artikel auf NWZ Online

NWZ am 22.04.2017 - Artikel von Friederike Liebscher

 

Kalendergirls mit weißem Haar und Appetit auf Torte

Über 80 Jahre alt? Das ist kein Hindernis für einen großen Auftritt. Die Bewohner des Seniorenheims Haus am Bürgerpark posierten für einen ganz besonderen Kalender. In perfekter Kulisse und professionellen Kostümen machten die Modelle eine gute Figur.

 

Sigurd Habers hat keine Angst. Obwohl der betagte Friese Jurji sie weit überragt, bleibt sie ruhig und schaut konzentriert in die Kamera der Fotografin. Das ist nämlich heute ihr Job. Die Seniorin, Alter geheim, steht Modell für einen ganz besonderen Fotokalender.

Er wird in diesem Jahr das erste Mal vom Seniorenheim Haus am Bürgerpark produziert. Die Darstellerinnen und Darsteller sind alle Bewohner der Einrichtung. Fast alle sind über 80 Jahre alt. Eine gute Figur machen sie trotz des hohen Alters. Das liegt auch an den professionellen Kostümen von der Niederdeutschen Bühne Brake, die perfekt in die Kulisse am Gnadenhof Pferdeoase passen. Sigurd Habers wollte erst gar nicht mitmachen, hat sich dann aber doch überreden lassen. Gefallen hat es ihr gut. „Ich komme aus der Landwirtschaft und kenne die Arbeit mit Pferden“, erklärt sie.

Warten gehört dazu

Fotografin Marlies Menger holt ein Modell nach dem anderen vor die Linse. Dazwischen heißt es warten, aber das gehört nun einmal dazu zum Leben eines Fotomodells. Und gemütlich in der Sonne mitten auf dem Hof wird es der Gruppe aus dem Haus am Bürgerpark nicht langweilig.

Motive gibt es in der Pferdeoase genug. Betreiber Bernhard Kutz ist mit Feuereifer dabei und holt je nach Bedarf Pferde, Esel, Blumen oder Trecker herbei. Nicht jedes Modell traut sich an die Vierbeiner heran. Hannelore Mielcke (86) posiert lieber ohne Tier und dafür mit einem Blumenkorb in der Hand. „Ich wurde schon öfter fotografiert. An eine Aufnahme erinnere ich mich besonders. 1946 wurde ein Bild von mir gemacht, das sogar in einer Ausstellung in Köln zu sehen war. Das habe ich heute noch.“ Mit dem Foto für den Kalender wird sie auch zufrieden sein – strahlend steht sie mit ihrem Korb vor den Ställen.

Die Fotografin gibt kurze Anweisungen, für das richtige Licht sorgt ihr Assistent mit einem Sonnensegel. „Bei den Fotoaufnahmen mit älteren Menschen muss man schnell sein, denn sie können oft nicht mehr so lange stehen“, erklärt sie. Deshalb muss jedes Motiv sitzen.

Marlene Görgens (85) haben die Aufnahmen viel Spaß gemacht. „Wir haben für das Foto Fenster geputzt. Mit ein bisschen Spucke“, erzählt sie lachend. Wenn es nächstes Jahr wieder einen Kalender gibt, will sie dabei sein.

Sahnetorte im Stall

Anders als normale Fotomodells haben die Senioren aus dem Haus am Bürgerpark nichts gegen Sahnetorte. Die wird nach der anstrengenden Arbeit am Set von Bernhard Kutz stilecht im Pferdestall serviert. Bei einem Kaffee erzählt er von seiner Arbeit auf dem Gnadenhof. 80 Pferde haben er und seine Mithelfer dort zu versorgen, außerdem eine Eselsherde und zahlreiche Hunde.

Für den 76-Jährigen bedeutet das Arbeit rund um die Uhr. Er betreibt die Pferdeoase seit 1985 gemeinsam mit Ingrid Lindenberger. Bei ihnen finden Tiere ein Zuhause, die oft schon auf dem Weg zum Schlachthof waren. Viele ehemalige Sportpferde, Schulpferde und mit dem Friesen Jurji auch ein ausgedientes Zirkuspferd tummeln sich auf den Weiden rund um den Hof. Den hat Kutz, ursprünglich aus Bayern stammend, mit viel Arbeit für die Tiere eingerichtet.

Die Pferdeoase ist seit 1993 ein gemeinnütziger Verein, der in der Zukunft in eine Stiftung umgewandelt werden soll. Dafür wird momentan Kapital gesammelt. Als Dankeschön für seine Mühe bei den Fotoaufnahmen bekommt Bernhard Kutz von Annika Humpich vom Seniorenheim deshalb eine Spende für die Pferdeoase überreicht.

Der Fotokalender soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Marlene Görgens ist schon sehr gespannt.

„Alm-Abtrieb“ mit
65 Pferden

Landrat Brückmann hilft beim Gnadenhof Pferdeoase mit
(von Wolfgang Böning)

Beim Gnadenhof Pferdeoase fand das jährliche „Umweiden“ der Tiere statt. Landrat Brückmann freut sich über „ein tolles Erlebnis“.

 

Für zwei Herden stand jetzt der Marsch von der Sommerweide an der Oldenbroker Straße zum Winterquartier am Stammsitz des Vereins an der Friedrich-Rüder Straße in Rüdershausen an. Schon seit über 20 Jahren läuft das Ritual unter dem Begriff „Almabtrieb“ über die rund einen Kilometer lange Wegstrecke ab. „Der Transport im Hänger würde mehr Zeit in Anspruch nehmen. Und auf diese Weise gestaltet sich das Ganze stressfreier“, erklärt Bernhard Kutz, Betreiber des Gnadenhofs Pferdeoase.

Etliche Helfer – teilweise weit angereist, beispielsweise aus Hamburg, Winsen an der Luhe und Bad Pyrmont – packten mit an. Erstmals dabei war Landrat Thomas Brückmann, der keine Angst vor großen Tieren hat und kurzzeitig ein Pferd an die Zügel nahm. So ging es dann an der Leine geführt im „Gänsemarsch“ los. Insgesamt waren es fast 100 Personen, die sich aktiv oder beim Zuschauen einbrachten. Ältere Gäste, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs sind, saßen im Planwagen und konnten das Geschehen von dort aus verfolgen. Für insgesamt 65 Pferde verschiedener Rassen und Größen stand diese Tour auf dem Programm.

Auf dem Hof angekommen konnten die Pferde noch etliche Ehrenrunden auf der großen Weide drehen und brachten den Moorboden dabei zum Wackeln. Nach getaner Arbeit setzten sich die Helfer zum Fachsimpeln und weiteren Kennenlernen bei einer „Brotzeit“ im Stall zusammen. Musikalisch umrahmt wurde der Ausklang der Veranstaltung von Werner und Stephan Krücken aus Oldenburg.

Landrat Brückmann zeigte sich in seinem Resümee angetan: „Ein tolles Erlebnis, vor allem als die Pferde auf der Weide galoppierten und die Erde bebte.“ Im NWZ-Gespräch erläuterte Brückmann, dass er bisher nur wenig mit Pferden zu tun hatte, der Gnadenhof ihm aber durch seine Zeit als Bürgermeister in Ovelgönne bestens bekannt sei.

Der Landrat sparte nicht mit anerkennenden Worten: „Ein starkes Engagement, das hier für den Tierschutz eingebracht wird. Es ist sicherlich nicht immer einfach, gerade durch die begrenzten Mittel, die zur Verfügung stehen. Bernhard Kutz versteht es, Impulse einzubringen für das gute Miteinander im Vorstand und den Paten und Sponsoren.“

Unterstützung sei immer gefragt und gern angenommen. So sammelte das Sandkruger Ehepaar Jürgen und Susanne Dallmann zum Welttierschutztag am 4. Oktober 400 Euro und stellte sie dem Gnadenhof zur Verfügung. Betreiber Kutz freut sich über die Hilfe: „Sponsoren sind immer willkommen, schließlich fallen regelmäßig Kosten an.“

NWZ am 31.07.2012

NWZ am 01.12.2011

Nordwest-Zeitung zur Jahreshauptversammlung 2008